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Vorratsdatenspeicherung, oder: Offene Bücher

Datum04.11.2007 - Uhrzeit 12:55 von Moritz Homann in Trenner Internet.

Ja, ich will wieder mit dem Bloggen anfangen. Ich habe ein Blog aufgesetzt, richtig schick mit Wordpress und solchen Geschichten, die Sidebar rechts wird mit Widgets ausgestattet, alles superdynamisch und Web 2.0 und überhaupt. Dazu eine coole Tag-Cloud und Kategorien und RSS natürlich und all das. Ob ich zum Design noch ein paar Worte verlieren sollte? Eigentlich gibts da nicht viel zu sagen…mir hat das Foto gefallen. :) Und zu dem kleinen Schäuble da oben rechts kommen wir später noch.

Zum Start dieses Blogs will ich gleich mal mit einem kleinen Experiment starten. “Offene Bücher” heißt der Titel dieses Eintrags, wir machen heute aber keine Buchbesprechung, sondern: Eine Menschenbesprechung. Wie wir alle wissen, uns aber nicht immer bewusst ist, öffnen wir uns im Internet mehr und mehr. Das geht schleichend vor sich, die meisten finden das auch nicht schlimm, Fakt ist jedoch, dass es passiert, und meist auch völlig freiwillig. Aber kommen wir vorher noch zur Politik.

Dass der gute Herr Schäuble nicht immer ganz sauber ist, steht wohl außer Frage, nun jedoch schließt sich ihm zumindest teilweise auch noch die SPD an. “Vorratsdatenspeicherung” heißt das, was die Regierung vorhat, zum Ende des Jahres soll es umgesetzt werden. Dafür, dass die Google-Resonanz auf diesen Begriff immens ist, ist dieses Vorhaben nur wenig bekannt. Ich zitiere:

Nach Plänen von CDU, CSU und SPD soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden.

Im Klartext: Wenn Schäuble (oder einem anderen Befugten) künftig langweilig sein sollte, kann er sich genauestens anschauen, wann ich meinen Psychologen angerufen habe, wann auf welchen Internetseiten war, wann ich wem eine E-Mail geschrieben habe. Und wieso soll das so geschehen? Damit wir alle sicherer leben können. Natürlich. Dass, wenn mutmaßlicher Terrorist A eine SMS an mutmaßlichen Terrorist B mit dem Inhalt “Reichtstagssprengung heute um 13:00 Uhr” schreibt, sofort eingegriffen werden kann.
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