
Wie die meisten inzwischen mitbekommen haben dürften, führt Facebook ein neues Profil namens “Timeline” ein und einige Änderungen, die es eigentlich nötig machen, dass man einen Manager an seiner Seite hat, der das echte Leben in eine digitale Form packt. Im Bestfall postet man die Rezepte, die man gerade kocht, ein Foto vom Müsli, das man entdeckt hat, die aktuelle Laufroute, die Musik, die man gerade hört, den Film, den man gerade schaut. Alles wird persönlicher, alles wird gleichzeitiger. Der bereits eingeführte Ticker zeigt, wohin die Reise geht.
Das ist nur eine logische Konsequenz. Und, alle Datenschutzbedenken mal beiseite gelassen: Warum auch nicht? Warum nicht alles posten, in jeden Ort einchecken, von jedem Mittagessen ein Foto machen? Weil es furchtbar anstrengend ist. Wer gestern Abend die f8-Konferenz mit Mark Zuckerberg gesehen hat, musste sich irgendwann fragen: Wenn ich das alles auf Facebook mache, wann erlebe ich dann eigentlich die Dinge, die ich dort alle posten soll? Andererseits übernimmt Facebook damit auch die Funktion eines digitalen Tagebuchs. Ich kann Fotos von meiner Geburt einstellen, von der Konfirmation, von allen wichtigen Ereignissen des Lebens. Das kann eine schöne Sammlung ergeben, in die man immer wieder gerne reinschaut. Nur, dass sie eben einer breiteren Masse zugänglich ist.
Mit seinem neuen Profil wird Facebook noch mehr zu einer Selbstdarstellungsplattform. Die großen Fotos, die vielen Aktivitäten sind darauf ausgelegt, im Netz ein entweder möglichst passendes Abbild oder ein möglichst aufpoliertes Abbild des echten Lebens zu kreieren. In den kommenden Tagen und Wochen sollen die neuen Funktionen live gehen. Ich bin sehr gespannt, wie sie genutzt werden.
