16.07.2009 -
08:59 von
Moritz Homann in
Musik.
Vorgestern haben sich ein anderer DJ und ich getroffen, um ein kleines Mixtape zusammenzustellen, anderthalb Stunden House. Ein paar Tracks von ihm, ein paar Tracks von mir. Irgendwann sind wir fast fertig, es beginnt mit einigen Songs von mir, dann kommt was von ihm. Wir hören also von Anfang an, irgendwann sind meine Tracks durch, er sagt: “Alter, der Qualitätsunterschied ist ja pervers”.
Der Unterschied: Meine Tracks sind von Beatport.com, gekauft, 320 kbit/s. Seine aus dem Netz von einer Plattform, 128 kbit/s. Der Qualitätsunterschied war so immens, dass wir beschlossen haben, alle Tracks minderwertiger Qualität zu ersetzen. Speziell bei House ist höchste Qualität ein Muss. Satte Bässe, gasklare Höhen, sonst macht das keinen Spaß. Hätte selbst nie gedacht, dass man den Unterschied so massiv hört.
Das Tape ist jetzt toll geworden. Top Qualität, die Tracks voller Dynamik, alles klingt klar. Und ich weiß, dass ich weiter meine Musik kaufen werde – und das nicht nur aus Qualitätsgründen.
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15.07.2009 -
20:29 von
Moritz Homann in
Internet.
Bis vor kurzem war ich begeisterter Nutzer von Eventbox, ein Mac-Programm, das verschiedene Funktionen/Plattformen wie Twitter, Facebook, RSS-Feeds, Flickr usw. vereint. Vor einigen Tagen habe ich allerdings testweise aufgehört, Eventbox zu verwenden, und bin auf separate Apps für Twitter und Feeds umgestiegen, nämlich Nambu und NetNewsWire.
Der eindeutige Vorteil: Man ist nicht mehr so abgelenkt. Ich kann mir selbst psychologisch sagen: Jetzt schreibe ich sinnlose Kurznachrichten und jetzt lese ich Blogs. Die Ablenkungsgefahr ist nicht so groß. Mit NetNewsWire bin ich auch echt zufrieden, bald soll das Programm auch eine Sync-Funktion für den Google Reader bekommen. Einziges Manko (wenn man das als Manko sehen will): Feeds werden automatisch maximal im Halbstunden-Takt abgerufen. Ansonsten muss manuell aktualisiert werden.
Mit Nambu bin ich noch nicht so ganz glücklich. Ich habe so ziemlich jeden Twitter-Client ausprobiert, davon hat mir Nambu noch am besten gefallen, aber auch das passt nicht perfekt. Vielleicht werde ich Eventbox künftig als reinen Twitter-Client nutzen, denn so schlecht ist das wirklich nicht.
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06.07.2009 -
20:47 von
Moritz Homann in
Allgemein.
“Lukas, kommst du?”. Susanne ist ungeduldig. Sie steht an der Bushaltestelle, neben ihr zwei Koffer, die Sonnenbrille in den schulterlangen, blonden Haaren. Lukas trottet zu ihr, wendet dabei seinen Blick aber nicht von dem Mobiltelefon in seinen Händen ab. Eifrig tippt er in Windeseile mit den Fingern Buchstaben ein. “Sind eben gelandet. #urlaub #brasilien”, wird Sekunden später auf seinem Twitter-Account zu lesen sein.
“Kannst du das Ding nicht mal fünf Minuten wegstecken?”, fragt Susanne genervt, als Lukas neben ihr steht. Lukas streicht ihr durch die Haare, gibt ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange. “Wie soll ich denn sonst auf dem Laufenden bleiben? Die Piraten haben eben die 5000-Mitglieder-Marke durchbrochen, kannst du dir das vorstellen?”, fragt Lukas. “Die wer?” “Na, die Piraten. Die Partei.” “Ach, die von der Europawahl?” “Genau die.” “Ahja.” Der Bus kommt.
Draußen zieht die brasilianische Landschaft vorbei. Lukas hat seine Kamera aus dem Rucksack gezogen und knipst aus dem offenen Fenster des Busses heraus. “Wir haben drei Wochen Urlaub hier, verbrauch doch jetzt nicht schon alle Bilder”, mahnt Susanne. Lukas dreht sich zu ihr um. ”Süße, ich hab da eine 16-Gigabyte-Speicherkarte drin. Außerdem kann ich die Bilder jederzeit auf meinem MacBook sichern. Und ein paar werde ich auch gleich auf Flickr posten, die können dann gar nicht verlorengehen.” - “Flicker? Was ist denn Flicker?” – “So eine Online-Plattform. Die haben jetzt sogar Geotagging.” – “Geo-was?” – “Geotagging. Damit kannst du genau sehen, wo ein Foto aufgenommen worden ist, auf der ganzen Welt.” – “Ahja.”
Lukas’ Handy piepst. Susanne ist neugierig. “Hast du eine SMS bekommen?”, fragt sie und versucht, einen Blick auf das Handydisplay zu erhaschen. Lukas muss lachen. “Quatsch”, sagt er, “zwei neue Mails und eine DM von @puertenrico. Den hab ich kürzlich auf Xing kennen gelernt, der ist gebürtiger Brasilianer. Ohne ihn wäre Rio wohl eine Qype-freie Zone”, schmunzelt Lukas. Susanne glotzt ihn an, als käme er von einem anderen Planeten. DM? Xing? Qype? Sie beschließt, nicht nachzufragen. Würde doch nur neue Fragen aufwerfen.
Lukas hält sein Handy hoch, dreht sich zu Susanne um und drückt auf den Auslöser. “Och lass das doch, ich sehe furchtbar aus”, stöhnt Susanne. Lukas grinst. “So schlimm ist das doch nicht”, sagt er. “Ich stell das eben auf Twitpic.” – “Was, so dass das jeder sehen kann?”, fragt Susanne entsetzt. “Quatsch. Nur die Leute, die mir followen!”, entgegnet Lukas. “Oder halt die, die zufällig nach den Hashtags suchen.”
Aus dem hinteren Teil des Busses ertönt lateinamerikanische Musik. Ein paar junge Brasilianer sitzen zusammen und lassen die Klänge aus ihrem Handy ertönen. “Hey, das klingt gut”, sagt Susanne und bewegt sich leicht zum Rhythmus. Gitarre, Gesang, so muss Brasilien klingen. “Wollen wir sie fragen, wie das Lied heißt?”, fragt Susanne ihren Freund, der noch immer auf dem Handy herumtippt. “Brauchen wir gar nicht, ich hab doch Shazam.” – “Shazam?” Lukas sieht sie an. Man kennt doch Shazam? “Das ist ein Programm, das Musiktitel erkennt.” – “Und das funktioniert?” – “Na klar!”, sagt Lukas und hält sein Handy in die Richtung, aus der die Musik ertönt. Susanne ist baff. “Ah, die Gruppe kenne ich sogar”, sagt Lukas wenige Sekunden später. “Die haben eine coole Myspace-Seite. Glaube ich twitter das Lied direkt mal in meinem blip.fm-Account.”
Susanne starrt ihren Freund lange an. Irgendwie ist er ihr fremd geworden. Seit er immerzu von Twitter, Flickr, Facebook, Xing, Myspace, Followern, Bloggen, Replies und Pushmail spricht. “Kannst du dich eigentlich nicht mal für drei Wochen aus dem ganzen Internetzeug ausklinken?”, fragt Susanne. Lukas lacht. “Weißt du, wie viele Follower ich dann verlieren würde? Von Feed-Abonnenten ganz zu schweigen. Das wäre mein digitaler Tod”, entgegnet er. “Außerdem muss ich doch auf dem Laufenden sein. Weißt du, was in drei Wochen alles passieren kann?”
Lukas weiß jetzt, was in drei Wochen alles passieren kann. Eine Beziehung kann in die Brüche gehen. Ein Mensch kann feststellen, dass er sich, ohne es zu merken, etwas aufgebaut hat, ohne das er nicht mehr sein kann, das er nicht mehr kontrollieren kann. Lukas hat sich bei Twitter abgemeldet. Er hat sein Facebook- und sein Xing-Profil gelöscht. Sein Blog dümpelt vor sich hin, es ganz zu löschen, bringt er nicht übers Herz. Die Fotoalben auf Flickr sind gelöscht, ebenso seine Seite auf Myspace. Seinen Handytarif hat er auf einen ohne mobilen Internetzugang umgestellt. Seine Follower und Feed-Abonnenten wissen nicht, was los ist. Aber das ist egal, sie kennen Lukas auch nicht. Lukas macht jetzt was neues. Lukas fängt jetzt an zu leben.
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26.06.2009 -
10:17 von
Moritz Homann in
Musik.
Der King of Pop war einer, auf den man sich immer irgendwie einigen konnte. Ob Hiphopper, DeathMetaller oder Techno-Freaks – jeder steht auf Hits wie “Beat It” oder “Billie Jean”. Jackson ist tot, seine Musik lebt weiter. Ruhe in Frieden.
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