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Klauen is nich

Geschrieben am 20.06.2009 - 07:52 von Moritz Homann in Internet, Medien.

Ich bezahle für meine Musik. Sowohl für die, die ich auflege, als auch für die, die ich privat höre. Ich zahle sogar für meine Software, für Updates, den ganzen Kram. Damit scheine ich in der hippen Web-2.0-Gesellschaft ein ziemlicher Exot zu sein. Bekannte erzählen mir mit Begeisterung von Websites wie musicloud.fm, über die sich kostenlos in Sekundenschnelle nahezu jedes jemals erschienene Musikstück herunterladen lässt. Einige meinen sogar, das sei legal, weil das Portal seine Medien über andere Netzportale bezieht.

Fakt ist: Wenn ich im Netz an etwas kostenlos komme, das im Laden Geld kostet, ist das illegal. Außer, es ist vom Urheber ausdrücklich so gewünscht. Nun geben sich manche Webaktivisten dem Wunschtraum hin, im Internet solle doch das Urheberrecht aufgehoben oder zumindest nicht so streng gehandhabt werden wie in der echten Welt. Nur, weil sich Bücher, Musik und Videos in ein digitales Format wandeln lassen, sollen sie ihren Wert verlieren. Auch die Piratenpartei ist dafür, das “nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern”.

Die Kultur des Teilens von freien Werken im Netz ist großartig, keine Frage. Jeder, der will, kann Kurzfilme drehen, Texte schreiben, Musik komponieren, und sie der ganzen Welt zur Verfügung stellen. Kostenlos. Wenn sich aber Teams von Softwareprogrammierern, Spieleentwicklern, Produzenten oder ganze Filmcrews hinsetzen und große Werke produzieren, dann haben diese Werke einen Wert. Wie soll ein Film refinanziert werden, wenn er abseits sinkender Kinoeinnahmen von jedem kostenlos heruntergeladen und daheim angesehen werden kann? Wovon soll ein Softwareentwickler seine Miete bezahlen, wenn sein Produkt nichts wert ist? Laut der Piratenpartei gibt es “eine Vielzahl von innovativen Geschäftskonzepten”, wie sich das beheben ließe. Und welche sind das? Auf solche “Geschäftskonzepte” wartet etwa der Onlinejournalismus bis heute.

Nicht zuletzt geht eine gewisse Wertschätzung verloren. Wenn ich etwa auf ein Notebook spare, dann fühle ich Monate vor dem Kauf die Vorfreude, kann den Tag kaum erwarten, das Gerät in Händen zu halten, zu berühren, anzuschalten, zu benutzen. Wieso sollte das bei Film, Musik und Software anders sein? Nur, weil ich Dateien nicht anfassen kann? Nein, auch digitale Medien müssen einen Wert haben. Wer seine Musik liebt und sich von Filmen mitreißen lässt, der bezahlt dafür.

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2 Kommentare zu “Klauen is nich”

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