Da war doch noch was
Eigentlich sollte man meinen, wenn ich mich nach so langer Pause wieder zurückmelde, muss es doch um den gestrigen Gesetzesbeschluss der Sperrung von Kinderpornographie-Websites Aushebelung der Gewaltenteilung gehen. Aber das Thema wird in der Netzwelt sowieso zur Genüge reflektiert, und hier steht eigentlich alles Wichtige dazu. Erschreckend ist dennoch, dass es abseits der Power-Webnutzer kaum jemanden zu interessieren scheint, was da vor sich geht. Aber genug davon.
Vor einer Woche druckte die ZEIT einen Meinungsbeitrag unter der Überschrift “Da war doch was”. Der Text befasste sich mit immer noch fehlender Regulierung und Aufsicht über die Finanzmärkte, für deren Vorantreiben es derzeit auch so gar keine Zeichen geben mag. Das ist gut, wichtig und richtig, dass das angeprangert wird. Allerdings war da auch noch mal was.
Klimawandel ist ein Thema, das in diesen Tagen denkbar unattraktiv erscheint. Schließlich haben wir genug mit anderen Dingen zu tun: Talfahrt der Weltwirtschaft, Rettung verschiedenster Unternehmen, Bundestagswahl, Gründung der VR Deutschland. Dabei dominiert eine Kurzsichtigkeit, die wir uns eigentlich nicht leisten können. Leider hat in unserer Politik- und Medienwelt kaum ein Thema länger als drei Monate Bestand. Die Debatte über Schützenvereine und Killerspiele ist bereits durch, jetzt geht es ein bisschen um Umsturz in Iran, in ein paar Wochen ist auch das wieder vergessen. Ein Thema regelmäßig prominent behandeln, das vielleicht erst in 80 Jahren akut wird, wenn die ersten Inseln im Ozean verschwinden? Undenkbar.
Immerhin hat sich Obama die Klimaprobleme auf die Agenda gesetzt, was dem Thema eventuell auch wieder zu einer Rückkehr in die Medien verhilft. Bis dahin sei auch dieser großartige Film namens “Home” empfohlen. Ein Projekt des Franzosen Yann Arthus-Bertrand, der einen Werk über Klimawandel und Globalisierung produziert und dafür keine Mühen gescheut hat. Gewaltige Bilder, richtige Botschaft, aktuell wie nie. Anschauen.
Trackback
Permanent Link
19.06.2009 -
09:28 von Moritz Homann in