26.06.2009 -
10:17 von
Moritz Homann in
Musik.
Der King of Pop war einer, auf den man sich immer irgendwie einigen konnte. Ob Hiphopper, DeathMetaller oder Techno-Freaks – jeder steht auf Hits wie “Beat It” oder “Billie Jean”. Jackson ist tot, seine Musik lebt weiter. Ruhe in Frieden.
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25.06.2009 -
21:04 von
Moritz Homann in
Internet.
Nein, ganz so euphorisch kann man leider nicht sein. Ursprünglich wurde dieser Artikel mit etwas wie “IVW beerdigt Page Impressions” überschrieben, das hat sich mittlerweile aber in ein zurückhaltendes “IVW schränkt Relevanz von Page Impressions ein” geändert. Und das auch erst ab 2010.
Hä, Page Impressions? Page Impressions ist die noch immer wichtigste Währung insbesondere bei Online-Nachrichtenportalen. Jeder Seitenaufruf zählt als eine Page Impression. Wenn ein Besucher also 10mal auf einer Website Unterseiten aufruft, sind das 10 Page Impressions. Große Online-Vermarktungsbüros wie etwa OMS, der Werbevermittlungs-Marktführer für kleinere und größere Zeitungsportale, bezahlt nach Anzahl der Page Impressions, die ein Portal generieren kann.
Um eine möglichst hohe Anzahl Page Impressions zu erreichen, lassen sich Nachrichtenwebsites deshalb allen möglichen Unsinn einfallen. Klickstrecken wie “Die 100 attraktivsten Frauen”, “Die 14 Waffen des Täters im Detail” oder auch “Die schönsten Zahlen” (taz.de, unvergessen). Wenn Page Impressions künftig als ausschlaggebende Größe für Werbung an Relevanz verlieren, bleibt uns solcher Schwachsinn künftig vielleicht erspart.
Das dürfte aber noch ein Weilchen dauern, vor allem, weil zunächst nur einmal geplant ist, die IVW-Ausweisung der Page Impressions nicht ganz so offensichtlich zu machen. Wenn aber die PI an Bedeutung verlieren und der Unique User etwa (jeder Nutzer wird nur einmal gezählt) wichtiger wird, müssen sich Zeitungsportale nicht mehr überlegen, wie sie einen Nutzer dazu bringen, möglichst viel zu klicken, sondern wie sie ihn dazu bringen, möglichst regelmäßig auf die Seite zu kommen – und das geht am besten mit gleichmäßig hoher Qualität.
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Ich habe die ganze Kinderpornographie-Tauss-Piraten-Geschichte die letzten Tage und Wochen eher am Rande verfolgt, aber doch intensiv genug, um mich über einen Artikel der heutigen ZEIT aufregen zu können. Unter der Überschrift “Ein neuer Pirat” geht es um Tauss’ Wechsel zur Piratenpartei. Der Artikel fängt bereits äußerst tendenziös an:
Stellen wir uns vor, ein CDU-Mitglied, bei dem kurz zuvor rassistische Schriften gefunden wurden, möchte zur SPD wechseln. Würden die Sozialdemokraten ihn als “aufrechten Demokraten” umgehend “herzlich Willkommen” heißen? Und darauf hinweisen, dass die Partei “keinen Anlass habe, an seiner Unschuld und moralischen Integrität zu zweifeln, solange keine Verurteilung erfolgt?”
Durch den ganzen Artikel hinweg geht der Autor eigentlich davon aus, dass Tauss schuldig sein muss. Weiter geht es so:
Für die Piraten sind die Ermittlungen kein Grund, Abstand zu Tauss zu wahren. Im Gegenteil.
Wieso sollten sie auch Abstand wahren, solange Tauss nicht nachgewiesen worden ist, dass er sich das bei ihm gefundene kinderpornografische Material nicht für Arbeitszwecke verwendet hat? Ich will mich an keiner der Verschwörungstheorien beteiligen, dass Tauss “mundtot” gemacht werden sollte, aber es gilt doch noch immer: Im Zweifel für den Angeklagten. Und das heißt, dass es keine Rechtfertigung gibt, einen solch vorverurteilenden Artikel über ihn zu schreiben.
Der Hammer ist aber der Schluss, in dem neben Tauss auch direkt die ganze Web-Community abgekanzelt wird:
Schließlich finden sich unter seinen Netz-Sympathisanten auch noch jene, die das Sammeln von Kinderpornografie für eine “Lappalie” halten – oder gleich für eine “sozial kompatible Art”, um “seine Triebe zu kanalisieren”. Jede Gemeinde sucht sich den Helden, den sie verdient.
Wahnsinn. In einem kleinen Artikel Tauss für schuldig erklärt, die Piratenpartei als lächerlich hingestellt und die ganze Webgemeinde als Kinderporno-Fans beschrieben. Da kann sich ernsthaft niemand mehr wundern, dass das mit dem Dialog zwischen Webgesellschaft und Internetausdruckern nicht so recht funktioniert.
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22.06.2009 -
18:12 von
Moritz Homann in
Politik.
Wenn es nach der Web2.0-Gemeinde geht, ist die Bundestagswahl 2009 schon gelaufen. Das Ergebnis: CDU/CSU unerheblich, SPD ebenfalls, FDP knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, Die Grünen sogar drei Prozent drüber, Linke und Nichtwähler vernachlässigbar. Die Piratenpartei: Knapp 80 Prozent. Die Partei, die bis zur Europawahl eigentlich niemand kannte, die jetzt mit Jörg Tauss ihren ersten Bundestagsabgeordneten hat und gerade die letzten Unterschriften für die Zulassung zur Bundestagswahl sammelt. weiterlesen »
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