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Die Hassliebe des SPIEGEL

Geschrieben am 02.03.2009 - 23:35 von Moritz Homann in Internet, Medien.

SPIEGEL Fremde Freunde

Heute hätte ich 3,70 Euro sparen können. Nein, nicht an der Snackbar, sondern am Kiosk. Normalerweise entscheide ich samstags aufgrund des SPIEGEL-Titels, ob ich ihn mir am Montag kaufe oder nicht. So auch diesen Samstag. “Fremde Freunde”, Social Networks, was der SPIEGEL dazu zu sagen hat, interessiert mich. Schließlich hat das Magazin schon früher gezeigt, dass man hier bei Internet-Themen vorsichtig sein sollte (ich erinnere an die “Beta-Blogger”).

Eigentlich lohnt es sich gar nicht, den Artikel en detail auseinanderzunehmen, das hat Thomas Knüwer nämlich schon getan (nur zu empfehlen). Nur so viel: Nach der Lektüre wusste ich in etwa so viel wie vorher, hab mich aber selten bei einem SPIEGEL-Text so weit vom Thema entfernt gefühlt. Von ein paar kleinen Einschüben abgesehen basiert der Artikel offenbar auf dem Wissen der Autoren, und woher sie das nehmen, weiß der Teufel. Einige Fakten tauchen ohne Quelle auf.

Der Artikel hätte auch genau in die andere Richtung geschrieben werden können. An auskunftbereiten, begeisterten Nutzern sozialer Netzwerke dürfte es kaum fehlen. Auch ließen sich mit Sicherheit “Forscher” und Psychologen finden, die solche Online-Netzwerke befürworten. Ich stehe diesen Netzwerken selbst kritisch gegenüber, aber wiedergefunden habe ich mich in dem Text nicht wirklich. Die ewige Das-Internet-ist-schlecht-und-voller-Pädophiler-Keule nervt fürchterlich.

Was jedoch auffällt, ist die seltsame Doppelmoral. Im Print-SPIEGEL wird Twitter als Plattform mit “Trivialitäten und Peinlichkeiten” beschrieben, auf SPIEGEL Online wird mit mehreren Twitter-Nachrichtenaccounts geworben. Vielleicht wurmt es den SPIEGEL auch einfach, dass er im Gegensatz zu Holtzbrinck und RTL kein Social Network abbekommen hat?

Wer weiß das schon. Fest steht: Viele Menschen finden den SPIEGEL mittlerweile unsachlich. Außerdem kaufen auch einige Kinderschänder das Nachrichtenmagazin regelmäßig. Eine Mehrheit der 18- bis 60-Jährigen findet sogar, dem Heft fehlt es an Ausgewogenheit. Woher ich das weiß? Tja.

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Ein Kommentar zu “Die Hassliebe des SPIEGEL”

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