Frohe Weihnachten

Fast 70 Prozent der Deutschen kaufen die Weihnachtsgeschenke bis einen Monat vor Weihnachten, sagt eine Umfrage. Nur 1,3 Prozent behaupten, sie kaufen ihre Geschenke hauptsächlich an Heiligabend. Nach einem kurzen Gang durch die Stadt eben kann ich guten Gewissens sagen: Die lügen alle.
Ich gehöre eher zu denen, die bis fünf Tage vor Heiligabend noch keine Ahnung haben, was sie wem schenken sollen, und die entsprechenden Besorgungen dann so 1-3 Tage vor Heiligabend tätigen. Und jetzt erklär mir mal bitte einer, wo gerade eben in der Stadt Finanzkrise, Wirtschaftsflaute und Konsumeinbruch waren. Die Kaufhäuser voll, die Angestellten überfordert, der völlig normale Weihnachts-Wahnsinn. Bei meinen heiligabendlichen Weihnachtseinkäufen habe ich jedenfalls wieder dreierlei gelernt:
- Nie wieder.
- Als Geschenk verpacken lassen > Selber einpacken
- Uri Geller schreibt Romane (?!)
Es sieht jedenfall ganz danach aus, als sei die Krise bei den Menschen noch nicht angekommen. Warten wir ab, wann es soweit sein wird. Aber bis dahin macht es sowieso keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Dafür gibt es ja Experten und Wirtschaftsinstitute.
Ich bin kein Fan von moralischen Ansprachen, insbesondere dann nicht, wenn sie einmal im Jahr und zu Weihnachten erfolgen. Dennoch: Zu Weihnachten gehört auch der Gedanke an die, die keinen Anlass zur Freude haben. Der Gedanke an die Leidtragenden in der Welt. An die Armen, Kranken und Hungernden. Auch in Deutschland. An die, die zum Fest schwere Schicksalsschläge erleiden müssen, sei es durch Unfall oder Krankheit. Lasst Euch von solchen Dingen nicht das Fest vermiesen. Aber verschwendet zumindest einen Gedanken daran, wenn Ihr Euch den dritten Schlag Kartoffelbrei auf den Gänsekeulen-Teller spachtelt.
Frohe Weihnachten.
(via)
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24.12.2008 -
12:45 von Moritz Homann in