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Das iPhone 3G als Begleiter

Geschrieben am 04.10.2008 - 18:00 von Moritz Homann in Technik.

iPhone 3G“Reservierungsnummer? Moment, da muss ich eben in meinem iPHONE nachsehen”, will ich in einem Anflug von Überheblichkeit beinahe der Kino-Angestellten entgegnen. Doch ich besinne mich im letzten Moment eines besseren. Machen wir uns nichts vor, das iPhone ist schon ein Statussymbol. Doch vor allem ist es auch eins: Praktisch und einfach zu bedienen.

Wie gewöhnlich liegt keine Bedienungsanleitung bei, lediglich eine kleine “Erste Schritte”-Broschüre. Alles andere soll so intuitiv und selbsterklärend sein, dass keine Anleitung vonnöten ist. Und das funktioniert eigentlich auch ganz gut.

Als mein iPhone 3G vor etwa zwei Wochen per Post kam, war die zugehörige SIM-Karte von T-Mobile noch nicht freigeschaltet. Dann geht erstmal gar nichts, das iPhone lässt sich nichtmal wirklich einschalten. Als jedoch meine alte SIM-Karte in meinem alten Handy nicht mehr funktioniert, setze ich die neue in das iPhone ein, schließe es per Docking-Station an iTunes an und es kann losgehen.

Das iPhone 3G ist ungleich dicker als der iPod Touch, was ich aber nicht als Nachteil empfinde. Im Gegenteil: Es liegt wirklich gut in der Hand. Auch die gewölbte Rückseite scheint mir ein Vorteil gegenüber der ersten iPhone-Generation zu sein. Ich hatte zunächst befürchtet, mir eine Displayfolie oder gleich eine Hülle zu kaufen, aber Display und Rückseite scheinen ziemlich kratzerresistent zu sein, im Gegensatz zum iPod Touch. Dafür sammeln sich auf der Rückseite des Geräts und auch auf dem Display im Laufe der Zeit unweigerlich Fettflecken an, weswegen sich eine regelmäßige Reinigung von Vorder- und Rückseite anbietet.

Da ich die Bedienung schon vom iPod Touch her kenne, habe ich damit eigentlich keine Probleme. Das typische “Entriegeln” ist dasselbe, auch das Hauptmenü sieht genauso aus. Neu sind freilich die Telefon- und SMS-Funktionen sowie die Kamera. Und: Mit dem T-Mobile-Tarif kann ich das Internet auch unterwegs nutzen, WLAN-unabhängig.

Kommen wir zu dem, wofür man das iPhone ja eigentlich hauptsächlich nutzen sollte: Zum Telefonieren. Wenn ich angerufen werde und das iPhone im Standby-Modus ist, kann ich den Anruf per “Entriegeln”-Funktion annehmen. Nettes Feature: Wenn mich ein bereits gespeicherter Kontakt anruft, zu dem ich ein Foto auf dem iPhone habe, wird dieses bildschirmfüllend angezeigt.

Das Telefon-Menü während eines Gesprächs bietet alle Möglichkeiten, die man so braucht. Einen großen Button zum Gespräch beenden, mehrere kleine für Lautsprecher, Gespräch halten, weiteren Anrufer hinzufügen, Stummschalten und so weiter. Das Design der Buttons ist so ausgelegt, dass es einfach Spaß macht, sie zu drücken.

Die SMS-Funktion ist wie ein Chat aufgebaut: Wenn ich mit einer Person mehrere SMS hin- und herschreibe, werden diese als Sprechblasen untereinander angezeigt. Was ich erst gewöhnungsbedürftig fand, macht durchaus Sinn. So lässt sich leicht nachlesen, worum es jetzt eigentlich genau ging. Wirklich gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Tastatur, mit der eigentlich alles geschrieben wird: SMS, Mails, Notizen, URLs und so weiter. Am Anfang tippt man da gerne mal daneben. Wenn die iPhone-interne Fehlerkorrektur dann statt “Stunden” “Stündem” vorschlägt, ist das auch nicht eben hilfreich. Mit der Zeit klappt das Tippen aber immer besser, und auch die Fehlerkorrektur ist lernfähig.

Was ich etwas schade finde und auch nicht nachvollziehen kann, ist, dass der iTunes-Store nur über ein WLAN-Netzwerk aufgerufen werden kann. Das heißt, Musik unterwegs probehören oder shoppen klappt nur, wenn ein (kostenloses) WiFi-Netzwerk in der Nähe ist. Der App Store hingegen funktioniert auch ohne WLAN, per UMTS beispielsweise. So wie eigentlich auch alle anderen Dienste. Auch unlogisch ist, dass man das iPhone nicht als Modem verwenden kann (oder zumindest nicht ohne Hacks). Normalerweise sollte man das iPhone doch per Bluetooth mit dem MacBook verbinden und sich über UMTS ins Internet einwählen können. Offenbar ist das aber nicht erwünscht.

Mit der GPS-Funktion habe ich bisher mäßige Erfahrungen gemacht. Ich kann zwar in Google Maps meinen Standort bestimmen, das aber nicht immer und auch nicht immer wirklich genau. Und wenn mir das Teil nur sagen kann, dass ich mich gerade in “Pforzheim” befinde, hilft mir das auch nur bedingt. Die Routenfunktion habe ich noch nicht getestet, ich hoffe aber darauf, dass es von TomTom bald eine Navigationssoftware fürs iPhone geben wird.

Zur Kamera kann ich nicht viel sagen. Ich habe bisher nur drei Fotos gemacht, und die auch nur, um drei Kontakten ein entsprechendes Foto zuordnen zu können. Für die Aufgabe hat die Kamera völlig ausgereicht. Auf große Fotosafari will ich damit sowieso nicht gehen, für einen Schnappschuss zwischendrin dürfte es aber reichen.

Die Verwaltung von Fotos ist genial, so auch die der Musik. Für mich vor allem toll: Endlich ist alles auf einem Gerät vereint. Ich habe meine Musik, meine Kontakte, kann telefonieren und SMS schreiben, habe meine Fotos und Videos, kann auf Spiegel Online und Sueddeutsche.de surfen, von unterwegs twittern und so weiter. Den Kalender kann ich mit meinem MacBook synchronisieren. Das ist allerdings etwas, was ich von meinem alten Handy mit Windows Mobile etwas vermisse: Da wurden die nächsten paar Termine immer auf dem Home-Bildschirm angezeigt. Beim iPhone gibt es meines Wissens nur eine Erinnerung X Minuten bevor der Termin ansteht. Aber vielleicht gibt es da auch eine Möglichkeit.

Preislich ist das Ganze allerdings nicht eben billig: Ich habe für die 16GB-Variante des iPhone 3G einmalig 249,95 Euro bezahlt und ab nun monatlich 29,00 Euro, für mindestens zwei Jahre (Tarif T-Mobile Complete S). Dafür habe ich 50 Inklusivminuten pro Monat und 500MB Daten frei. Für SMS muss ich extra zahlen.

Fazit: Man mag über Apple denken, was man will, das iPhone ist ein wirklich gutes Gerät. Vorausgesetzt, man hat sich erst einmal der Apple-Philosophie hingegeben und besitzt optimalerweise auch als Desktop-PC oder Notebook einen Mac. Es hat kleine Macken und lässt auch ein paar Funktionen vermissen, aber das lässt sich verschmerzen. Alle für das moderne, mobile Leben sind auf einem Gerät vereint und durch den App Store auch erweiterbar. Und das Beste: Man ist Mitglied im nicht-offiziellen Club der iPhone-Besitzer. Diese überheblichen, golfspielenden, Rosa-Polohemd-Stehkragen-tragenden, wirtschaftsliberalen Drecksäcke, die sich dann über die neuesten Fun-Apps unterhalten, die sie sich aus dem App Store runtergeladen haben. Allein dafür lohnt sich die Investition eigentlich schon.

Hinweis: Man verzeihe mir diesen für normale Leser wohl nur mäßig interessanten Beitrag, in Zukunft wird es hoffentlich auch mal wieder alltäglicher. Auch wenn ich inzwischen fast schon Hemmungen habe, über alltägliche, unbedeutende Sachen zu schreiben.

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5 Kommentare zu “Das iPhone 3G als Begleiter”

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