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50 plus X, war wohl nix

Geschrieben am 28.09.2008 - 22:19 von Moritz Homann in Politik.

BayernViele Wählerinnen und Wähler waren heute in Bayern überrascht. “Da steht ja noch mehr als ‘CSU’ auf dem Wahlzettel!”, riefen sie und machten munter ihre Kreuzchen bei FDP und Freien Wählern. Vereinzelt sogar ein paar bei der Linkspartei. Für den Einzug in den Landtag dürfte das aber nicht reichen. Fest steht aber: Die Verhältnisse in Bayern haben sich geändert.

Minus 17 Prozent Stimmenverlust gegenüber 2003, so viel Verlust schafften in letzter Zeit teilweise nichtmal die Aktien der US-Investmentbanken. Normalerweise treten die Parteioberen nach so einer Schlappe zerknirscht vor die Kameras und erzählen irgendwas von wegen, dass 43 Prozent ja trotzdem ein herausragendes Ergebnis sind. Aber für die CSU sind 43 Prozent kein herausragendes Ergebnis. Es ist eine Watschn.

Die letzten Tage und Wochen waren die Zeitungen voll mit CSU- und Bayern-Analysen. Das mit Laptop und Lederhosen klappt nicht mehr, Bayern wird modern, am Ende wird Bayern sogar deutsch. Dass es bergab geht mit der CSU war klar, die meisten hatten schon mit “50 minus X” gerechnet, dass es so schlimm werden wird, hat aber wohl kaum jemand erwartet.

Aber was hätte man auch erwarten sollen, bei “Plisch und Plum”, “Fix und Foxi”, Beckstein und Huber, den beiden Witzfiguren. Mit ihrer Pendlerpauschale, mit Hubers “Atommüll ja – aber bitte nicht in Bayern” und Becksteins Zwei-Maß-Theorien. Mit ihrem Kleinkrieg gegen Merkel. Einer ein so unbegnadeter Redner wie der andere. Beide so charismatisch wie ein Glas saure Gurken.

Stattdessen wird in Bayern FDP gewählt – klar, bei der schwelenden Finanzkrise braucht man eine Wirtschaftspartei. Die für liberale Märkte eintritt. Die den Steuerzahler jenseits des Atlantiks gerade so um die 700 Milliarden Dollar kosten. Oder so. Aber schließlich will FDP-Westerwelle ja jetzt auch “einen starken Staat”. Vor ein paar Monaten wäre das noch eine Sensation gewesen. Aber Staat ist gerade ziemlich in Mode. Und so hält eben auch die FDP ihr Fähnchen in den Wind.

Eigentlich können sie einem ja fast schon ein bisschen leid tun, der Huber und der Beckstein. Sehen immer so traurig aus. Und jetzt auch noch das. Die werden ja ihres Lebens nicht mehr froh. Aber Kopf hoch: Schließlich ist gerade Oktoberfest. Die ein oder andere Maß reingeschüttet, da sieht das Ergebnis gleich positiver aus. Und nach Hause fahren kann man anschließend auch noch. Oans, zwoa, gsuffa!

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3 Kommentare zu “50 plus X, war wohl nix”

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