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Das bescheurtste Notebook der Welt

Geschrieben am 13.02.2008 - 10:55 von Moritz Homann in Technik.

“Das dünnste Notebook der Welt”, schwärmt Steve Jobs und zieht das neue MacBook Air aus einem herkömmlichen Post-Umschlag. Das ist nun schon einige Zeit her, aber ich will diesen heutigen, vorerst letzten Tag als Windows-User nutzen, um Apple-Kritik zu üben. Da es ist nun also, dieses ultradünne Notebook. Maximal 20 Millimeter dick und 1,4 Kilogramm schwer. Die Frage ist nur: Was bringt das?

Es muss davon ausgegangen werden, dass der normale Mac-User einfach zu schmächtig ist, um das drei Kilogramm schwere Normal-MacBook mit sich herumzutragen. Die geringe Höhe des MacBook Air hat den entscheidenden Vorteil, dass man es (wie von Jobs gezeigt) auch per Post verschicken kann. Hier macht auch das geringe Gewicht wieder Sinn: Ich bezahle weniger Porto! Vorbei sind die Zeiten, in denen große Präsentationen umständlich per Mail verschickt worden sind: Heute geht das einfach per Post. Ein Hoch auf den Fortschritt.

Ungeachtet von Höhe und Gewicht, stellen wir einmal einen Vergleichstest an. Die “kleinere Version” des Books kommt mit Intel Core2Duo 1,8 GHz, 2GB RAM und 80 GB-Festplatte. Bluetooth, Webcam und LAN sind auch dabei. Dafür EIN USB-Port und KEIN Laufwerk. Das kostet dann zusammen etwa 1.700 Euro.

Eine Suche auf notebooksbilliger.de nach ähnlichen Spezifikationen führt zum “Sony VAIO VGN-NR11Z/T“. Zugegeben, der Name ist nicht ganz so griffig wie “MacBook Air”. Dafür kommt es mit größerem Bildschirm, 2 GHz, vier USB-Anschlüssen und DVD-Brenner. Es fehlen Webcam und Bluetooth, doch das lässt sich für einen Hunderter aufrüsten. Kostenpunkt für alles zusammen: 900 Euro. Gut die Hälfte vom Preis für das MacBook Air.

Da stellt sich doch die Frage, welche Kunden das MacBook Air ansprechen soll. Vermutlich ist es maßgeschneidert für all die Human Ressources Management Directors, die bei Sonnenschein im Park gemeinsam mit ihren MacBook Airs auf der Bank sitzen und sich gegenseitig über WLan oder Bluetooth die neusten Präsentationen zuschicken, die ihre Untergebenen in zahlreichen unbezahlten Überstunden fertig gemacht haben. CDs sind sowieso total out, die Entspannungsmusik für den 17-Uhr-Feierabend zieht man sich von iTunes. WLan gibt es ja überall. Und falls nicht, wird sich über das Bluetooth-Geschäftshandy eingewählt. Und falls man doch mal beispielsweise Software installieren will, hat Apple vorgesorgt: Man legt die CD einfach in einen nahestehenden Rechner und kann dann vom MacBook Air bequem auf das Laufwerk des Rechners zugreifen. Einziger Nachteil: Künftig muss zusätzlich zum MacBook Air noch ein normaler Rechner mit in den Park geschleift werden. Alternativ kann sich auch für 100 Euro ein externes Laufwerk gekauft werden, das nur am MacBook Air funktioniert, so wie das sein muss. Dass Book und Laufwerk zusammen dann schon wieder genausoviel Platz wegnehmen wie ein “normales” Notebook, darf einen auch nicht stören.

Gut, schick ist es. Aber im Vergleich zu den herkömmlichen MacBooks jetzt auch keine Offenbarung, und schicke Normal-Notebooks gibt es allemal, zur Hälfte des Preises. Abgesehen davon wäre mir persönlich das MacBook Air ZU dünn. Bis ich das mit den Fingernägeln aufbekommen habe, hat der Geschäftskollege nebenan seinen IBM-Klotz schon dreimal hochgefahren. Und die Bruchgefahr dürfte sich auch erhöht erhoben. Aber Hauptsache, ich kann es in einem Umschlag mit mir herumtragen.

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4 Kommentare zu “Das bescheurtste Notebook der Welt”

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