Spanisch in vier Wochen
Kaum ist mal wieder etwas Ruhe eingekehrt, muss natürlich ein neues Projekt her. Ehrensenf ist Schuld daran, das sich mich vor knapp einer Woche bei Friendsabroad.com angemeldet habe. Erstmal einfach nur aus Interesse, wurde daraus der Vorsatz, ein wenig Italienisch zu lernen. Wie es im Leben eben manchmal so läuft, habe ich jetzt aber Bekanntschaft mit einer Spanierin, oder genauer, Chilenin, geschlossen. Also wurde daraus prompt der Vorsatz, ein wenig Spanisch zu lernen. Um dem Vorsatz ein wenig Ausdruck zu verleihen, hab ich mir gleich mal den PONS-Powerkurs “Spanisch in 4 Wochen” bestellt. Mit zwei CDs!
Wer mich kennt, weiß, dass ich mir von Zeit zu Zeit immer wieder Dinge vornehme und diese ebenso schnell wieder verwerfe. Abnehmen ist zum Beispiel eines davon. Aber nun liegt er eben schonmal da, der PONS-Kurs, und dann schau ich eben auch mal rein. Ob ich dann bald der Spanisch-Profi bin, wird sich zeigen, und wie lange ich das bin, auch. Vorhin erst musste ich schwer überlegen, was nochmal “Wie geht es dir?” auf Französisch heißt. Und das hatte ich schließlich vier Jahre in der Schule. Für alle, die auch am Grübeln sind: “Ca va?”.
Davon abgesehen ist mein Leben erfüllt mit Salat, Reis, Hähnchen und Vollkorntoast, dazu regelmäßiger Sport. Und dennoch scheint sich nichts zu rühren. Aber die Zeit wird kommen. Für April wollte ich eigentlich einen Rucksacktrip durch Thailand ansetzen, was sich jetzt aber termintechnisch doch schwieriger gestaltet als gedacht. Aber Urlaub ist sowieso eine heikle Angelegenheit. Man gibt Unmengen von Geld aus, und im Endeffekt hat man ja gar nichts davon. Außer ein wenig Erholung. Irgendein lateinischer Philosoph sprach einmal: “Es hilft nichts, deine Umgebung zu ändern, du musst dich selbst ändern.” Ich behaupte, der Mann hat Unrecht. Schließlich waren damals die Pauschalreisen in aller Herren Länder auch noch nicht erfunden, von weg.de und expedia.de ganz zu schweigen. Völlig überholt also.
Und ein wenig Medienkritik muss ich auch noch üben, allerdings nur auf Niedrigniveau. Und zwar an DSDS, Staffel 37 (gefühlt). Einerseits Kritik an RTL, die aber eigentlich nichts dafür können. Vielmehr sind es die Menschen, die sich das ansehen, und noch schlimmer die, die da mitmachen. Gerade eben bin ich beim Zappen auf einen Kandidaten mit längeren Haaren gestoßen, der sich mit Nebenjobs über Wasser hält und “dessen einziger, großer Lebenswunsch es ist, Musik zu machen”. Wie herzergreifend! Und dann tritt er vor die vor Kompetenz protzende Jury, singt sein Liedchen und verlässt den Raum mit Freudentränen in den Augen und dem Recall-Zettel in der Hand wieder.
Nun meine Frage direkt an die DSDS-Teilnehmer: Was erhofft ihr euch? Ihr lasst es zu, wochenlang Stress über euch ergehen zu lassen, euch von Bohlen-Sprüchen auf unterstem Niveau runterputzen zu lassen, um im wahnsinnig unwahrscheinlichen Fall einen schwammig produzierten Hit zu haben, in dem mit Glück noch Bohlen himself euch mit offenem Hemd im Windkanal den zweiten Refrain in drei Oktaven höher trälltert? Um danach auf immer und ewig in der Versenkung zu verschwinden, im schlimmsten Fall vorher alles aufgegeben und nun mit nichts in der Hand auf der Straße zu stehen? Was euch nun schon genug Popstars- und DSDS-Gewinner vorgemacht haben? Wo sind denn Alexander Klaws, die No Angels, Overground, Daniel Küblböck, Tobias Regner und Mike Leon Grosch? Sind das vielleicht Deutschlands Superstars? Nein! Deutschlands Superstars sind Xavier Naidoo, Silbermond und Rammstein. Und die waren nie in einer Casting-Show. Die haben sich gefunden, sich hingesetzt, Texte geschrieben, CDs aufgenommen und sich hochgekämpft. Und anders kann man auch gar keinen dauerhaften Erfolg haben. Es besteht ein Unterschied zwischen “Musik machen” und “Musik produzieren”. Verdammt noch mal.
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2 Kommentare zu “Spanisch in vier Wochen”
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26.01.2008 -
17:48 von Moritz Homann in
January 26th, 2008 at 18:36
[klugscheiß]
Chilenin
[/klugscheiß]
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January 26th, 2008 at 20:40
Ich hab mich schon gewundert, warum Google bei “Chilenerin” so wenig Seiten ausspuckt…und zu nem “Meinten Sie: Chilenin” hats leider nich gereicht…danke!
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