Bild relauncht, StudiVZ ändert die AGB
Eine wahre Relaunch-Flut überschwemmt das Internet derzeit. Inzwischen dürften fast alle großen Zeitungen ihre Website neu aufgesetzt haben, seit einigen Tagen gehört auch Bild.de dazu. Auf den ersten Blick sieht die neue Seite gar nicht viel anders aus, bei näherem Hinsehen fehlt jedoch ein gewisses Plus an Übersichtlichkeit dem alten Auftritt gegenüber auf. Allerdings dominieren dennoch große Überschriften im “Bild”-Style, und auch wenn das Seite-1-Girl nicht mehr groß zu sehen ist, wird dieses Defizit doch irgendwie anders versucht auszugleichen.
Neues gibts auch bei der wohl größten, öffentlichen Personendatenbank: Bei StudiVZ. Die ändern ihre AGB, ihr Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Jedes Mitglied sollte, sofern die richtige E-Mail-Adresse angegeben, heute Nacht eine Mail diese Änderungen betreffend erhalten haben. Auf der FAQ-Seite zur AGB-Änderung steht hauptsächlich Blabla:
Heute merken wir allerdings, dass die alten AGB für Online-Plattformen dieser Größenordnung mit mehr als vier Millionen Mitgliedern bei studiVZ nicht mehr ausreichen. [...] Die neuen AGB und Datenschutzregelungen sollen uns beispielsweise dabei helfen, eure persönlichen Daten gegenüber unkontrolliertem Missbrauch von Außen noch stärker zu schützen. [...] Außerdem ermöglichen die neuen AGB die Anwendung aktueller Werbeformen, die auf anderen Websites und Plattformen längst zum Standard gehören.
Nun gab es einen früheren Entwurf dieser AGB, der etwas unattraktier wirkte als derjenige, der nun wirklich in Kraft treten soll. Der frühere Entwurf beinhaltete beispielsweise SMS-Werbung an die hinterlegte Handynummer oder Werbung über Instant Messenger wie zum Beispiel ICQ. Weiterhin wäre es nicht mehr möglich gewesen, den Account zu löschen, sondern nur noch zu “deaktivieren”. Das würde bedeuten, dass die im VZ angegebenen Daten auf ewig bei Holtzbrinck gespeichert gewesen wären – durchaus ein Grund, von der Plattform Abstand zu nehmen. Das haben wohl auch die Betreiber des StudiVZ eingesehen und zurückgerudert.
Nun gibt es also “nur” aufs Profil zugeschnittene Werbung, eventuell auch per Mail, das lässt sich laut Betreibern allerdings deaktivieren. Profile können weiterhin gelöscht werden, allerdings bleiben alle geschriebenen Beiträge (z.B. Pinnwand-Beiträge) auf ewig erhalten.
Ebenfalls bedenklich ist, dass dieser AGB-Volltext nur per Mail an die Nutzer geschickt wurde. Auf der FAQ-Seite dazu gibt es zwar jede Menge Blabla, der eigentliche Text ist jedoch nicht abrufbar. Hinzu kommt, dass vielleicht noch die Hälfte der StudiVZ-Nutzer den ersten Absatz der Mail liest, die zehn Seiten AGB, die darunter stehen, liest nun aber wirklich niemand mehr. Schön auch, dass die Mail mit “Euer studiVZ Team.” zu enden scheint, fünf Zeilen darunter aber noch die AGB hängen, die ich somit erstmal völlig übersehen habe.
Aufgrund dieser AGB-Änderung habe ich in Erwägung gezogen, aus dem Netzwerk auszutreten. Gäbe es nun nicht den neuen Entwurf, hätte ich das vermutlich auch getan. Nun werde ich mich darauf beschränken, meine persönlichen Angaben und Gruppen etwas zu beschneiden. Doch Wachsamkeit ist geboten. Die nächste AGB-Änderung kommt bestimmt.
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15.12.2007 -
12:31 von Moritz Homann in