Music Was My First Love
Meine erste CD, das war was ganz verrücktes. Die habe ich geschenkt bekommen von jemandem, der sie nicht gebrauchen konnte. Da war ich so etwa neun oder zehn Jahre alt. Stereoanlage hatte ich schon eine, und Musik hatte ich auch schon. Vorher aber nur auf Kassette. Meine erste, gekaufte Musik waren die Schlümpfe. “Techno is cool” hieß die Scheibe. Und siehe da, heute noch aktuell wie eh und je.
Aber auf was ich eigentlich hinaus will, ist der Wandel, den die Musik durchmacht. Mit 13 etwa habe ich mir zum ersten Mal Musik heruntergeladen. Das war damals N*Sync – Bye Bye Bye, das weiß ich noch genau. Davor ging es stets nach dem selben Schema: Ein Lied aus dem Radio toll gefunden, das Taschengeld gespart und für damals 10 DM die Maxi-CD davon gekauft, mit dem Original-Lied und ein paar Remixes, mit denen man damals sowieso nichts anfangen konnte. Diese CD wurde dann rauf und runter gehört, bis man sie auswendig konnte.
Heute hat Musik längst nicht mehr einen so hohen Stellenwert. Was der internetaffine Mensch an Musik haben will, das bekommt er, ob nun illegal und gratis oder über einen Online-Shop. Zehn Sekunden Suche, 20 Sekunden Download, fertig. Früher? Früher ging man in den Laden, musste die CD suchen, eventuell sogar den Verkäufer danach fragen oder gar die CD bestellen. Wer heute noch für Musik bezahlt, wird mancherorts für verrückt erklärt. Da heißt es dann: “Ich kann mir das nicht leisten! Überhaupt, ist Musik so teuer!”. Aber sie ist ja auch wertvoll. Und was soll denn unsere Vorgänger-Generation sagen, die noch nach Platten gestöbert und für das Objekt der Begierde auch mal das ganze Monatstaschengeld hinegelegt haben.
Jaja, früher war alles besser. Mir fällt das jetzt gerade auf, weil ich mich ein wenig mit iTunes befasst habe. Gefällt mir gut, das Programm. Sobald Apple von DRM Abstand nimmt, ist das durchaus ein vernünftiges Ding. Hier muss man ganz klar sagen, dass es auch an der Musikindustrie liegt, die das Musik-Kaufen im Internet derzeit denkbar unattraktiv gestaltet. Wenn ich schon bereit bin, für meine Musik zu bezahlen, will ich doch die größtmögliche Qualität und alle Freiheiten. Nicht eingeschränkte Wiedergabe, Lizenzerwerb und maximal achtmal brennen. Hierbei schon wieder Vorreiter: Die elektronische Musik. Meine House-Tracks bekomme ich als 320kbit/s-Mp3s, ohne jeglichen DRM-Müll.
Fazit: Musik ist ein wertvolles Gut, und als solches sollte man sie auch ansehen. Beziehungsweise anhören. Außerdem war früher alles besser. Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss meine Pfeife stopfen. Und der Schaukelstuhl knarzt auch schon wieder.
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3 Kommentare zu “Music Was My First Love”
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26.11.2007 -
21:55 von Moritz Homann in
November 27th, 2007 at 09:04
“Früher ging man in den Laden, musste die CD suchen, eventuell sogar den Verkäufer danach fragen oder gar die CD bestellen.”
Ich musste tatsächlich so gut wie jede der CDs, die ich in meinen Besitz gebracht habe, bestellen. Aus Australien, aus Japan – anders geht es leider nicht, wenn man vorwiegend Indie-Bands (aus diesen Regionen) hört. Und ich tu’s weiterhin, denn für mich geht einfach nichts über Jewel Case & Co. Dagegen kommt kein Online-Shop der Welt an – noch nicht einmal iTunes (du Mitläufer!
).
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November 27th, 2007 at 09:37
Ja, eine produzierte CD ist schon was feines. Aber findest du den Kram nicht auch bei Amazon oder so?
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November 27th, 2007 at 13:22
Die Preise bei Amazon sind untragbar, zumindest was japanische Musik angeht. 40 Euro (und aufwärts) für eine CD, die ich bei japanischen Stores wie CDJapan oder Yesasia für 30 Euro oder weniger bekommen könnte? Dazu noch Versandkosten zahlen, die ich mir speziell bei Yesasia komplett sparen kann?
Früher waren deutsche Online Shops und insbesondere Amazon die einzige Möglichkeit, an Originale heranzukommen (auf ebay werden nach wie vor reihenweise Bootlegs – also hochwertige Kopien, die nur am Kürzel als Fälschung zu identifzieren sind – verkauft, das ist also keinesfalls eine Alternative). Dank Paypal und Online Shops wie Yesasia stehen Liebhabern japanischer Musik heute wesentlich genehmere Möglichkeiten zum CD-Erwerb offen. Keine Frage: Die CDs sind nach wie vor teuer – verglichen mit “westlichen” Veröffentlichungen, aber eben nicht mehr so unerschwinglich wie noch vor ein paar Jahren.
Dafür muss man allerdings auch längere Versandzeiten und ein mögliches Vorsprechen beim Zoll miteinplanen, leider …
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